Batterien im Wohnmobil laden
Inhaltsverzeichnis
- Wie kann man den Ladezustand einer Bleibatterie bestimmen?
- Batteriespannung zu Ladezustand in Prozent
- Vorsicht bei der Bestimmung des Ladezustandes im Betrieb
- Ladespannung beim GEL und AGM Akku
- Wie tief darf ich eine Batterie im Wohnmobil entladen?
- Ladezustand mit dem Batteriecomputer bestimmen
- Wohnmobil Batterie mit Solar und Ladebooster gleichzeitig laden
Immer wieder fragen mich Kunden, wie man den Ladezustand der Batterie im Wohnmobil sicher bestimmen kann und wie AGM und GEL Batterien richtig geladen werden. In diesem Artikel mรถchte ich gezielt auf diese Fragen eingehen.
Wie kann man den Ladezustand einer Bleibatterie bestimmen?
Fรผr die Ladezustandsbestimmung von allen Bleibatterien gilt die gleiche Regel. Es spielt also keine Rolle, ob Sie die Starterbatterie, eine AGM oder GEL Batterie benutzen. All diese Bleibatterien verhalten sich nahezu gleich.
Den Ladezustand einer Bleibatterie lรคsst sich anhand der Ruhespannung sehr genau bestimmen. Die Ruhespannung hat der Akku, wenn er nicht geladen oder entladen wird. Da der Spannungsverlauf von Bleibatterien sehr linear verlรคuft, kann man so einfach abschรคtzen, wie voll die Bordbatterie im Wohnmobil noch ist:
Wenn die Wohnmobilbatterie voll aufgeladen wurde und dann das Ladegerรคt abgeschaltet wird, fรคllt die Spannung zunรคchst. Nach ein paar Stunden pendelt sie sich in der Ruhespannung ein. Diese liegt bei Versorgungsbatterien zwischen 12,8 und 13,2 Volt.
Batteriespannung zu Ladezustand in Prozent
Ganz grob lรคsst sich der Ladezustand an folgenden Batterie-Spannungen festmachen:
- 12,8 – 13,0 V = 100%
- 11,8 – 12,0 V = 50%
- 10,8 – 11,0 V = 0%
Fรผr Starterbatterien gelten manchmal leicht niedrigere Spannungswerte. So ist eine Starterbatterie mit flรผssigem Elektrolyt durchaus bei 12,6 V schon komplett voll aufgeladen.
Vorsicht bei der Bestimmung des Ladezustandes im Betrieb
Durch den Innenwiderstand der Bleibatterien weicht die reale Spannung beim Laden oder Entladen entsprechend der Stromstรคrke von der Ruhespannung ab. Je stรคrker der Akku also entladen wird, desto niedriger ist die Spannung. Schaltet man den Verbraucher wieder ab, wird die Spannung etwas ansteigen.
Bis die Ruhespannung nach einer Last wieder erreicht ist, kann es bis zu 30 Minuten dauern. Aber schon nach 5 Minuten lรคsst sich ein halbwegs aussagekrรคftiger Wert ermitteln.
Beim Einschalten eines Ladegerรคtes steigt die Batteriespannung sofort um ein paar zehntel Volt, entsprechend der Ladestromstรคrke, an. Die Spannung des Akkus steigt dann linear mit steigendem Ladezustand langsam weiter bis zur Ladeschlussspannung (Absorptionsspannung) an. Je hรถher der Ladestrom ist, desto stรคrker ist der Spannungsanstieg beim Einschalten des Ladestroms. Das erklรคrt, warum man die Akkus mit 1,4V รผber ihrer Ruhespannung laden muss. Mit diesem Spannungsgefรคlle wird nรคmlich erreicht, dass รผberhaupt ein hoher Strom in den Akku flieรen kann.
Ladespannung beim GEL und AGM Akku
Wรคhrend des Ladens von AGM Batterien steigt die Spannung des Akkus immer weiter. Wenn er nahezu voll ist, hat er die eingestellte Absorptionsspannung des Ladereglers erreicht. Diese Spannung ist abhรคngig vom jeweiligen Akkutyp und steht im Produktdatenblatt des Herstellers. Je nach Akku liegt die Ladespannung zwischen 14,1-14,7V.
Mit dem Erreichen dieser Spannung startet beim Regler die zweite Ladephase – Absorptionsladung. Diese Ladephase ist zeitlich begrenzt und kann je mach Akkutyp unterschiedlich lange dauern. Das Ladegerรคt sorgt fรผr eine konstante Spannung, wรคhrend der Ladestrom in dieser Zeit langsam abfรคllt.
Ist die Zeit abgelaufen, wechselt das Ladegerรคt in die Ladeerhaltung mit 13,5-13,8V Spannung.
Einige Ladegerรคte haben eine vierte Ladestufe. Sie setzt oft nach 24h ein und senkt diese Spannung weiter auf 13,2V ab. Dabei wird der Akku geschont, muss aber immer wieder mit einer kurzen Absorptionsladung aufgefrischt werden.
Es ist also normal, dass die Spannung einer vollen Bleibatterie nach dem Abschalten der Ladegerรคte auf 13V abfรคllt. Sind noch Verbraucher eingeschaltet, sogar noch weniger.
Wie tief darf ich eine Batterie im Wohnmobil entladen?
Der Ladezustand von AGM und GEL Batterien sollte 50% nicht unterschreiten. Das heiรt, dass der Bordakku spรคtestens bei 11,8V dringend wieder aufgeladen werden sollte.
Hohe Entladestrรถme schaden dem Akku – 30% (0,3C) der Kapazitรคt sollten nicht รผberschritten werden. Natรผrlich verhรคlt sich das linear und heiรt nicht, dass 0,3C vollkommen unschรคdlich wรคren und 0,31C dann auf einmal tรถdlich sind.
Ladezustand mit dem Batteriecomputer bestimmen
Weiter gibt es zur Bestimmung des Ladezustandes eines Akkus auch Batteriecomputer. Batteriecomputer wie etwa der BMV-712 von Victron Energy errechnen aus dem Strom und ein paar Korrekturwerten den Ladezustand des Akkus. Dieser wird dann in Ah und % angezeigt.
Im Reisebetrieb ist diese Anzeige sehr genau, aber je lรคnger der Akku nicht voll war, oder auch im Ruhemodus zu Hause, kann es durch Selbstentladung, Temperatur und Messfehler des BMV zu groรen Abweichungen kommen. Daher ist es nicht falsch, wenn man den Ladezustand auch anhand der Batteriespannung ohne Batteriecomputer deuten kann.
Wohnmobil Batterie mit Solar und Ladebooster gleichzeitig laden
Der Bordbatterie im Wohnmobil ist es egal, mit wie vielen Ladegerรคten sie geladen wird, solange der Ladestrom in der Summe nicht dauerhaft zu hoch ist. Das heiรt, wenn der Akku maximal mit 50A geladen werden darf, kรถnnen der Ladebooster mit 30A und die Solaranlage mit 20A ruhig zusammen arbeiten. Steigt die Spannung zu sehr, sinkt der Ladestrom von selbst. Ein 50A Ladebooster und ein 50A 230V Ladegerรคt sind auch kein Problem. Der Ladestrom รผber Landstrom wird sich wenigen Metern Fahrstrecke von selbst reduzieren, wenn das Kabel sich ausgesteckt hat.