Ladebooster

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Ladebooster & Trennrelais im Wohnmobil

Eine schnelle Batterieladung ist ein entscheidender Faktor für autarkes Reisen mit dem Wohnmobil. Besonders bei längeren Reisen und häufigem Freistehen abseits von Landstrom ist es wichtig, die Wohnraumbatterie während der Fahrt zu laden. Früher genügte dafür oft ein einfaches Trennrelais, doch in modernen Wohnmobilen, insbesondere bei Fahrzeugen ab Euro 5 und Euro 6, reicht diese Methode nicht mehr aus. Hier kommt der Ladebooster ins Spiel. Er stellt sicher, dass die Batterie auch bei kurzen Fahrten und unter schwierigen Bedingungen optimal geladen wird.

Was ist ein Ladebooster?

Ein Ladebooster ist im Wesentlichen ein Batterie-zu-Batterie-Ladegerät (B2B), das die Spannung der Lichtmaschine anhebt, um die Wohnraumbatterie während der Fahrt effizient zu laden. Anders als ein Trennrelais, das einfach nur eine Verbindung zwischen Starter- und Wohnraumbatterie herstellt, hebt der Ladebooster die Spannung auf das notwendige Niveau an und gewährleistet eine schnelle und vollständige Ladung der Bordbatterie.

Animierter Stromlaufplan: Lichtmaschine lädt über den Ladebooster die Bordbatterie im Wohnmobil
Sobald der Motor läuft, meldet die Lichtmaschine über D+ den Betrieb an den Ladebooster. Er entnimmt der Starterbatterie Strom und lädt damit die Bordbatterie.

Was bringt ein Ladebooster 12V im Wohnmobil?

Ein Ladebooster bringt eine schnellere Batterieladung während der Fahrt. Er gleicht den Spannungsabfall durch lange und zu dünne Leitungen zwischen Starterbatterie und Bordbatterie aus und sorgt für eine optimale Ladung der Bordbatterie. Bei Wohnmobilen mit Euro 6 Abgasnorm sorgt ein Ladebooster dafür, dass die Bordbatterie trotzdem geladen wird, auch wenn die Starterbatterie voll ist und die Lichtmaschine auf Ladeerhaltungsspannung geregelt wird.

Ladebooster im Wohnmobil

Wann benötige ich einen Ladebooster?

Ein Ladebooster 12V kann aus verschiedenen Gründen benötigt werden. Meistens, um die Ladezeit der Zweitbatterie zu beschleunigen. In sehr seltenen Fällen auch, um den Ladestrom zu begrenzen und die Lichtmaschine zu schützen. Weitere Gründe können sein:

  1. Ausgleichen langer Kabelwege:
    Wenn die Spannung wegen zu langer Kabel an der Bordbatterie zu gering ist, kann der Ladebooster diese ausgleichen und so zu einer besseren Batterieladung verhelfen. Aber Vorsicht – dies ist nur in einem gewissen Bereich möglich.
  2. Anpassen der Ladespannung an den Bordakku:
    Wenn deep cycle AGM Batterien verwendet werden, kann der Ladebooster die erforderliche 14,7V Ladespannung erzeugen, auch wenn die Lichtmaschine nur 14,4V liefert.
  3. Schutz vor Überladung:
    Vor allem bei Vielfahrern ein Thema. Um die Bordbatterie vor langer Ladung mit 14,4V zu schützen, hilft ein Ladebooster. Dank der IUoU Ladekennlinie wird die Bordbatterie nach der Vollladung auf Ladeerhaltungsspannung gehalten. Das schont den Akku.

Was ist das D+ Signal?

D+ ist die Meldeleitung der Lichtmaschine. Sie führt Spannung, sobald der Motor läuft, und teilt dem Ladebooster oder dem Trennrelais damit mit, dass geladen werden darf. Ohne dieses Signal weiß das Gerät nicht, ob der Motor läuft oder das Fahrzeug nur mit eingeschalteter Zündung steht. Abgegriffen wird D+ in der Regel am Elektroblock, an der Lichtmaschine oder an einem geschalteten Plus im Sicherungskasten.

Bei neueren Fahrzeugen ist das nicht mehr selbstverständlich. Am Fiat Ducato und anderen aktuellen Basisfahrzeugen liegt teilweise kein brauchbares Plus-Signal mehr an, sondern ein masseschaltendes, also negatives Signal. Ein Ladebooster kann damit nichts anfangen. In diesem Fall hilft ein D+ Simulator: Der Votronic D+ Simulator PRO erzeugt das Signal aus den Motorvibrationen und arbeitet damit völlig unabhängig von der Lichtmaschinensteuerung. Er steuert sowohl Ladewandler als auch Trennrelais.

Ladebooster oder Trennrelais?

Ein Ladebooster oder Trennrelais kann abhängig von den Anforderungen und dem Fahrzeug gewählt werden. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile:

Trennrelais

Ein Trennrelais ist eine einfache und günstige Methode, um die Starter- und Aufbaubatterie zu koppeln. Es trennt die Batterien, wenn der Motor aus ist, und verbindet sie, sobald der Motor läuft, sodass die Lichtmaschine beide Batterien laden kann.

Wichtig zum Verständnis: Ein Trennrelais regelt keinen Strom und keine Spannung. Es verbindet lediglich zwei Batterien miteinander. Was danach passiert, bestimmen allein die Lichtmaschine, die Kabel und der Ladezustand der beiden Batterien. Die Victron Cyrix schalten dabei vollautomatisch nach Spannung: Steigt die Spannung einer Batterie, z.B. durch die laufende Lichtmaschine oder die Solaranlage an der Bordbatterie an, verbinden sie die Batterien, fällt sie ab, trennen sie wieder.

Die Amperezahl im Artikelnamen ist der maximale Dauerstrom, nicht der zu erwartende Ladestrom. Ein 120A Trennrelais darf also dauerhaft 120A führen. In der Praxis reicht die kleine Variante für fast alle Anwendungen: Selbst an einer 200A Lichtmaschine fließen über ein Trennrelais keine 100A hinaus, weil Leitungswiderstand und Batteriespannung den Strom von selbst begrenzen. Die 230A Ausführung ist nur bei sehr großen Anlagen mit entsprechend dicken Leitungen nötig.

Vorteile:

  • Günstig und preiswert
  • Leicht zu installieren
  • Kein Eigenverbrauch nennenswerter Größe, keine Elektronik die ausfallen kann

Nachteile:

  • Bei modernen Fahrzeugen mit Euro 6 Motoren und intelligenter Lichtmaschinensteuerung lädt die Aufbaubatterie nicht zuverlässig, da die Spannung oft zu niedrig ist.
  • Spannungsverluste bei langen Kabelwegen, die das Relais nicht ausgleichen kann.
  • Keine Anpassung an verschiedene Batterietypen (z.B. Lithium oder AGM), was zu ineffizienter Ladung führen kann.
  • Nur bei gleicher Spannung auf beiden Seiten einsetzbar – ein 24V Fahrzeug lässt sich damit nicht auf ein 12V Bordnetz koppeln.

Ladebooster

Ein Ladebooster sorgt für eine konstante und optimale Ladung der Aufbaubatterie, unabhängig von den Gegebenheiten der Lichtmaschine. Er erhöht die Spannung und passt die Ladeparameter an.

Vorteile:

  • Sorgt für eine zuverlässige Ladung, auch bei Fahrzeugen mit intelligenter Lichtmaschine und langen Kabelwegen.
  • Optimale Anpassung an verschiedene Batteriechemien, wie AGM oder Lithium.
  • Schnellere und effizientere Aufladung der Aufbaubatterie.
  • Begrenzt den Ladestrom auf einen definierten Wert und schont damit die Lichtmaschine.
  • Als einziger Weg geeignet, wenn Fahrzeug und Bordnetz unterschiedliche Spannungen haben (24V zu 12V).

Nachteile:

  • Teurer als ein Trennrelais.
  • Die Installation ist komplexer und erfordert meist mehr Fachwissen.

Kurz gesagt: Hat das Wohnmobil schon Euro 6, führt kaum ein Weg am Ladebooster vorbei!

Wie stark sollte der Ladebooster sein?

Für Bleibatterien sollte der Ladestrom bei etwa 0,2 bis 0,3C liegen, also bei 20 bis 30% der Kapazität in Ah. Bei Lithiumbatterien (LiFePO4) darf der Ladestrom sogar 0,5C betragen, also 50% der Kapazität des Akkus. Ein zweites Limit gibt die Lichtmaschine: Um einen problemlosen Betrieb zu garantieren, sollte der Booster maximal 50% der möglichen Ladeleistung* der Lichtmaschine beanspruchen. Für die Einbindung des Ladeboosters vor einem EBL in die originale Bordelektrik empfehle ich maximal 30A Ladebooster.

*Sonderfälle ausgenommen!

Welcher Ladebooster für welche Wohnmobilbatterie?

Passender Ladebooster zur Batterie
Booster Spannung Ein / Aus Max. Eingangs- / Ladestrom in A empf. Batteriekapazität in Ah
Votronic 20A Wohnwagen 12V / 12V 20 / 24 Blei 60-160
LiFePO4 40-300
Votronic 25A 12V / 12V 37 / 25 50-170, bis 220
Votronic 30A 12V / 12V 39 / 30 Blei 90-200
LiFePO4 60-300
Votronic 45A 12V / 12V 63 / 45 90-300, bis 400
Votronic 50A 12V / 12V 68 / 50 Blei 150-300
LiFePO4 100-400
Votronic 70A 12V / 12V 95 / 70 Blei 210-600
LiFePO4 140-700
Votronic 90A 12V / 12V 125 / 90 Blei 270-800
LiFePO4 200-1000
Votronic 25A 24V / 12V 18 / 25 50-170, bis 220
Votronic 45A 24V / 12V 30 / 45 90-300, bis 400

Welcher Ladebooster für welches Wohnmobil?

Ladebooster galvanisch getrennt, oder nicht?

Benötigt man wirklich einen isolierten Ladebooster mit 2 Masseanschlüssen? Bei einem normalen Wohnmobil mit 12V Bordnetz sage ich nein. Solange die Bordbatterie und die Starterbatterie über Masse sauber verbunden sind, arbeitet jeder nicht isolierte Ladebooster einwandfrei. Der Anschluss erfolgt bei den isolierten Geräten mit zwei Minus-Leitungen. Ob diese Leitungen zusammen an eine gemeinsame Masse oder direkt zu den jeweiligen Batterien führen, ist egal.

Bei der aktuellen Votronic Baureihe VCC 1212-25/-45 und VCC 2412-25/-45 ist die galvanische Trennung serienmäßig an Bord. Man kauft sie also nicht extra, sie schadet aber auch nicht. Seit Jahren funktionieren nicht nur unsere eigenen Fahrzeuge, sondern auch alle unsere Kundenfahrzeuge mit Ladeboostern ohne galvanische Trennung.

Ladebooster einbauen Anleitung

Wo wird der Ladebooster im Wohnmobil eingebaut?

Ladebooster werden zwischen der Starterbatterie und Bordbatterie eingebaut. Je nachdem, wie das Wohnmobil ausgerüstet ist, hat man verschiedene Möglichkeiten, den Booster einzubauen:

  1. Hat das Wohnmobil schon einen Elektroblock mit einem Trennrelais, dann kann ein Ladewandler bis 30A die vorhandene Verkabelung weiter nutzen.
  2. Wenn mehr als 30A Ladestrom erwünscht sind, kann ein Ladebooster mit 50A oder 70A mit einer neuen Verkabelung direkt zwischen Starter- und Bordbatterie eingebaut werden. Das vorhandene Trennrelais muss in dem Fall stillgelegt werden!
  3. Wohnmobile mit EBL und bereits vorhandenem Ladebooster können mit einem zweiten mehr Ladeleistung erzeugen. Dieser muss jedoch mit separaten neuen Kabeln zwischen Starter- und Bordbatterie eingebaut werden.
  4. Ist nichts von den ersten drei Punkten vorhanden und bisher keine Ladung während der Fahrt möglich, dann wird ein Ladebooster mit direkter Kabelverbindung zwischen Starter- und Bordbatterie eingebaut.

Werden neue Leitungen verlegt, um einen Ladebooster einzubauen, muss in jede Plusleitung nach jeder Batterie eine passende Sicherung eingebaut werden.

Beim Einbauort ist Votronic entspannter als viele andere Geräte: Der drehzahlgeregelte Lüfter führt die Wärme aktiv ab, weshalb die Einbaulage beliebig ist und auch ein enger Stauraum funktioniert. Passiv gekühlte Booster ohne Lüfter brauchen dagegen eine durchdachte Einbauposition mit freier Luftzirkulation, sonst regeln sie ihre Leistung bei Wärme zurück.

Wie wird ein Ladebooster angeschlossen?

Nachfolgend ein paar Ratschläge zum Ladebooster einbauen in ein Wohnmobil. Wir haben in der Artikelbeschreibung die Anleitung zum Gerät verlinkt. Ich empfehle dringend, vor dem Kauf einmal eine Votronic Anleitung herunterzuladen. Der Anschluss ist da vorbildlich beschrieben.

Der Einbau eines kleinen 30A Ladebooster gestaltet sich recht einfach. Der Booster wird so nah wie möglich am Elektroblock angeschlossen. Dazu wird der Booster in die Leitung der Starterbatterie eingeschleift. Im Idealfall reicht es sogar schon aus, Plus und Minus der Ladekabel einfach durchzuschneiden und am jeweiligen IN und OUT-Anschluss am Ladebooster anzuschließen. D+ findet sich am Elektroblock.

Ladebooster mit einer Leistung ab 50A sollten mit neuen, eigenen Leitungen zwischen Starter- und Bordbatterie angeschlossen werden. Selbstverständlich werden Sicherungen in die Plus-Leitung kurz nach der Batterie eingesetzt.

Einfacher Schaltplan für Ladebooster

Wer sein Wohnmobil selbst ausbaut und gar keinen EBL verwendet, kann ebenso obige Anschlussversion verwenden.

Trennrelais nicht vergessen

Wird ein leistungsstarker Booster parallel zum EBL betrieben, muss sichergestellt werden, dass der Ladestrom die Bordbatterie auch erreicht und nicht über den EBL und das integrierte Trennrelais wieder zurückfließen kann. Bei Schaudt EBL kann man dies durch Ziehen der Sicherung an der Starterbatterie oder das Abklemmen und Isolieren der B1 Leitung erreichen. Bei CBE DS300 kann durch die Methode „Entfernen vom Widerstand R37“ das Trennrelais deaktiviert werden. Hier sollte aber vorher das genaue Vorgehen abgeklärt werden. Es gibt einige Platinen, die genau so aussehen, aber keine DS300 sind. Wir übernehmen keine Haftung bei Fehlanschlüssen.

Passender Leitungsquerschnitt und Sicherungen

Die folgenden Werte sind Richtwerte für die einfache Leitungslänge zwischen den Geräten. Maßgeblich ist immer die Angabe in der Anleitung des jeweiligen Ladeboosters – die Herstellervorgabe hat Vorrang vor jeder Tabelle. Passende Leitungen gibt es bei uns als konfektionierte Batteriekabel, die zugehörigen Sicherungen und Sicherungshalter ebenfalls.

Nötiger Kabelquerschnitt und Sicherungen entspr. der Ladeleistung
Strom 0,5m 1m 2m 5m 10m
30A 6mm² 10mm² 10mm² 16mm² 16mm²
50A 10mm² 16mm² 25mm² 25mm² 25mm²
70A 16mm² 16mm² 25mm² 35mm² 35mm²
90A 25mm² 25mm² 35mm² 35mm²
benötigte Sicherungen
an Starterbatterie Booster 30A: 60A
Booster 50A: 80A
Booster 70A: 125A
Booster 90A: 150A
an Bordbatterie Booster 30A: 40A
Booster 50A: 60A
Booster 70A: 100A
Booster 90A: 125A

Ladebooster für die LiFePO4 Umrüstung

Oft werden mit der LiFePO4 Batterie auch Ladebooster eingebaut. Das kann nicht schaden, denn damit werden höhere Ladeströme ermöglicht und die Lithiumbatterie wird schneller voll. Grundsätzlich muss aber nicht extra ein Ladebooster eingebaut werden, wenn auf eine Lithium-Batterie umgerüstet wird.

Welcher Booster für Lithium Batterie?

Beim Votronic kann zwischen mehreren Ladekennlinien für Lithium gewählt werden, die aktuelle Baureihe hat die LiFePO4-Kennlinie direkt am Gerät wählbar. Victron Ladebooster lassen sich per Bluetooth über die App Victron Connect auf jede Lithium Batterie einstellen. Bei Schaudt Ladebooster sollte trotz der Lithium Kennlinie die Blei-Säure-Kennlinie gewählt werden. Denn die Lithium-Ladekurve des Schaudt Ladebooster ist fest 14,4V (Stand 2025).

Ladebooster im 24V Fahrzeug

Bei LKW, Expeditionsmobilen und Bussen liegt am Fahrzeug 24V an, während das Bordnetz im Aufbau mit 12V arbeitet. Eine der häufigsten Fragen dazu: Geht das auch mit einem Trennrelais? Nein. Ein Trennrelais verbindet zwei Batterien direkt miteinander und setzt deshalb zwingend die gleiche Spannung auf beiden Seiten voraus. Ein 24V Fahrzeug an ein 12V Bordnetz zu koppeln, zerstört die 12V Seite.

Für diesen Fall gibt es Ladebooster mit 24V Eingang und 12V Ausgang. Sie wandeln die Spannung sauber herunter und laden die Bordbatterie mit der passenden Kennlinie. Im Sortiment sind der Votronic VCC 2412-25 mit 25A und der Votronic VCC 2412-45 mit 45A Ladestrom. Beide haben eine galvanische Trennung, was im Mischbetrieb der beiden Spannungsebenen die saubere Lösung ist.

Welcher Ladebooster ist der Beste?

Je nach Anwendungsfall kann der eine oder andere Ladebooster besser sein. Nachfolgend die einzelnen Optionen kurz beschrieben:

  • Votronic
    Die besten Modelle sind die Ladebooster mit 30A, 50A und 70A. Es gibt eine Sonderversion für Wohnwagen mit 20A und eine mit 90A, wenn echt viel Ladestrom benötigt wird.
    Votronic zeichnen sich durch eine hohe Zuverlässigkeit und verschiedene Einstellmöglichkeiten aus. Weiter haben sie kein Bluetooth – einmal eingestellt und läuft, ist hier die Devise. Hervorzuheben ist bei den Votronic Geräten die eingebaute Ladeerhaltung der Starterbatterie, wenn die Bordbatterie über Solar oder 230V aufgeladen wird. Dazu kommt der Lüfter, der die Einbaulage unkritisch macht.
  • Orion von Victron
    Ladebooster von Victron Energy gibt es als Orion XS Smart mit 50A Ladestrom und als Orion TR Smart mit 18A und 30A, jeweils auch als 24V Variante. Alle haben Bluetooth integriert und arbeiten ohne Lüfter mit passiver Kühlung.
    Warum wir sie nicht führen: Der 30A Orion TR Smart hat in der Praxis Kühlungsprobleme, die passive Kühlung reicht bei enger Einbaulage nicht aus. Der entscheidende Punkt ist aber ein anderer: Kein Victron Ladebooster kann Stand heute die Starterbatterie zurückladen. Genau diese Funktion ist bei modernen Fahrzeugen wichtig, weil die Bordelektronik die Starterbatterie im Stand deutlich stärker entlädt als früher. Victron ist das Thema bekannt, sieht dafür aber keine Notwendigkeit es zeitnah umzusetzen, obwohl es die Geräte technisch schön könnten.
    Votronic liegt hier weit vorn: Steht das Fahrzeug und lädt die Bordbatterie über Solar oder Landstrom, gibt der Votronic automatisch Ladung an die Starterbatterie ab.
  • Oft ab Werk verbaut: Schaudt.
    Viele Hersteller verbauen für Fahrzeuge mit Euro 6 Abgasnorm schon ab Werk den Schaudt Ladebooster. Die Geräte arbeiten ebenfalls zuverlässig. Schaudt bietet weniger Einstellmöglichkeiten. Die Booster mit 50A haben ebenfalls eine Ladeerhaltung der Starterbatterie, welche aber nicht stoppt, wenn die Bordbatterie Ladezustand verliert.

Meine Empfehlung ist der Votronic VCC 1212-50 oder der kleinere VCC 1212-30, wenn der Booster vor dem EBL in eine bestehende Bordelektrik integriert werden soll.

Nicht empfehlen kann ich Kombigeräte. Der Votronic VBCS Triple zum Beispiel ist Ladebooster, Solarladeregler und 230V-Lader in einem Gerät. Das ist für den Einbau minimal einfacher, da man sich 4 Kabel spart, aber sollte das Gerät mal defekt sein, was in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen war, steht die komplette Anlage, bis das Kombigerät repariert wurde. Fällt bei Einzelgeräten eines aus, kann die Bordbatterie immer noch über Solar oder 230V geladen werden.

Ladebooster für den Wohnwagen

Wohnwagen Ladebooster dürfen die Leitung und die Steckdose mit maximal 20A belasten. Darum wird hier der Eingangsstrom auf 20A begrenzt. Der Ladestrom an der Bordbatterie kann kurzzeitig höher liegen, bei sehr leerer Batterie bis zu 24A, weil das Gerät die Spannung nach Bedarf wandelt. Die 13-polige Steckvorrichtung wird dabei nie über 20A belastet. Meine Empfehlung: Votronic Ladebooster Wohnwagen 20A

Welchen Ladewandler soll ich kaufen?

Unser Angebot an Ladewandlern deckt alle Anforderungen im Campingbereich umfassend ab. Von 20-90A Ladestrom können wir für jeden Einsatzbereich den passenden Booster von Votronic anbieten. Nachfolgend eine kurze Erklärung der verschiedenen Ausführungen:

  • 12V Ladebooster
    Geräte, die beidseitig nur mit 12V arbeiten (Standard Wohnmobil). Beginnend beim VCC 1212-25 und VCC 1212-30 für Fahrzeuge bis rund 300Ah Batteriekapazität. Darüber folgt die Serie Ladebooster 12V Li/Pb mit 45, 50, 70 und 90 Ampere. Alle Ladewandler können im Ladestrom begrenzt werden und alle 12V zu 12V Wandler haben die Funktion der Ladeerhaltung der Starterbatterie, wenn die Wohnraumbatterie voll aufgeladen ist.
  • 24V Ladebooster
    24V Ladewandler laden aus einer 24V Starterbatterie eine 12V Wohnraumbatterie. Von Votronic gibt es dafür den VCC 2412-25 und den VCC 2412-45, beide mit galvanischer Trennung.
  • Ladebooster für Wohnwagen
    Speziell für Gespanne gibt es einen Wohnwagen Ladebooster mit 20A Eingangsstrom, damit die Steckdose der Anhängerkupplung nicht überlastet wird. Wohnwagen Ladewandler können genauso alle gängigen Batterietypen im Wohnwagen aufladen.
  • VBCS Triple (Ladegerät + Ladebooster + MPPT Laderegler)
    Vor allem für Selbstausbauer interessant ist der 12V Kombilader VBCS Triple mit Ladewandler, 230V Batterieladegerät und MPPT Solarladeregler. Mit nur einem Gerät sind alle Ladequellen abgedeckt. Leider verträgt der MPPT Regler nur eine geringe Solarspannung, weshalb es nicht möglich ist, mehrere Module in Reihe zu schalten. Die Anlage kann nur schlecht erweitert werden, und wenn das Gerät einmal defekt ist, kann der Akku nicht mehr geladen werden. Ich empfehle auf jeden Fall Einzelkomponenten.
  • VAC Triple (Batterieladegerät + Ladewandler)
    Ladewandler und Ladegerät, welches auch mehr Ladestrom für die Starterbatterie bereitstellt. Eher ein Nischenprodukt, welches nur für besondere Einsatzzwecke dient.

Kurzer Ladebooster Vergleich

Hersteller Votronic Ladebooster Victron Ladebooster
Kühlung aktiv mit Lüfter, Einbaulage beliebig passiver Kühlkörper, Einbaulage kritisch
Betrieb ohne D+ möglich Ja (außer bei Euro 6) Ja
Rückladung der Starterbatterie Ja Nein
Bluetooth Nein Ja
verfügbare Leistung 20A, 25A, 30A, 45A, 50A, 70A, 90A 18A, 30A, 50A
bei uns im Sortiment Ja Nein

FAQ zu Wohnmobil Ladebooster

Ist ein Ladebooster sinnvoll?

Er kann nicht schaden. Jedoch kann man sich bei einer guten Auslegung der Verkabelung und Lichtmaschine mit fester Ladespannung (vor Euro 6) den B2B-Lader sparen und mit einem Trennrelais gleiche Ladeerfolge bekommen. Das sogar mit deutlich geringerem finanziellem Aufwand.

Was ist ein Ladebooster im Wohnmobil?

Der Ladebooster ist ausschließlich für die Ladung der Bordbatterie während der Fahrt verantwortlich. Er hat nichts mit dem Laden über Solar- oder Landstrom zu tun.

Wann braucht man einen Ladebooster?

Immer dann, wenn die Bordbatterie im Wohnmobil zu langsam geladen wird, braucht man einen Ladebooster. Besonders bei Lithium-Batterien kann er die Ladezeit verkürzen.

Kann ich ein Trennrelais bei 24V auf 12V verwenden?

Nein. Ein Trennrelais verbindet beide Batterien direkt miteinander, die Spannung muss auf beiden Seiten gleich sein. Für ein 24V Fahrzeug mit 12V Bordnetz kommt ausschließlich ein Ladebooster mit 24V Eingang und 12V Ausgang infrage.

Wofür steht die Amperezahl beim Trennrelais?

Sie gibt den maximal zulässigen Dauerstrom an, nicht den Ladestrom, der tatsächlich fließt. Ein 120A Trennrelais reicht deshalb für nahezu jede Wohnmobilanwendung aus. Über ein Trennrelais fließen selbst an einer starken Lichtmaschine kaum mehr als 100A.

Braucht der Ladebooster einen Batterie-Temperatursensor?

Für den Kälteschutz einer LiFePO4-Batterie nicht. Ob eine Lithiumbatterie geladen werden darf, entscheidet immer ihr eigenes BMS, das die Zelltemperatur direkt misst. Ein externer Sensor am Ladebooster kennt diese Temperatur nicht und ersetzt das BMS nicht. Bei Blei, Gel und AGM kann eine Temperaturkompensation der Ladespannung sinnvoll sein.

Was passiert, wenn die Solaranlage während der Fahrt auch noch Strom liefert?

Das macht nichts aus! Beide Geräte sorgen selbstständig für die korrekte Einhaltung der Ladespannung, sodass ein Überladen der Batterie ausgeschlossen ist.

Welche Sicherung zwischen Starterbatterie und Ladebooster?

Sicherungen müssen jeweils in die Plus-Leitung nahe beider Batterien eingebaut werden. Der Sicherungswert richtet sich nach der Vorgabe des Herstellers, sie steht in der Anleitung, die vorab im jeweiligen Produkt heruntergeladen werden kann. Die Sicherung muss außerdem zum verlegten Leitungsquerschnitt passen, denn sie schützt in erster Linie das Kabel. Wird der Booster in eine bestehende Wohnmobilverkabelung integriert, sind die notwendigen Sicherungen in der Regel bereits vorhanden.

Welcher Ladebooster für welche Lichtmaschine?

Mehr als 50% der Ladeleistung der Lichtmaschine sollten vom Ladebooster nicht benutzt werden. Sonst könnte die Lichtmaschine überlastet werden. Bei aktuellen Fahrzeugen ist ein 30A Ladebooster bedenkenlos einsetzbar.

Kann ein Ladebooster allein mein Wohnmobil autark machen?

In den meisten Fällen lautet die Antwort nein. Die Fahrzeit müsste mehrere Stunden betragen, um eine Batterie vollständig aufzuladen. Bei Bleibatterien dauert allein die Absorptionsladephase etwa 4-6 Stunden. Hinzu kommt die Ladezeit bis zur Absorptionsladephase, sodass insgesamt mit 8-10 Stunden Fahrzeit gerechnet werden muss, um eine GEL-Batterie auf 100% aufzuladen.

Da in der Praxis selten so lange Fahrzeiten erreicht werden, ist es notwendig, spätestens alle 4-7 Tage für mindestens 12 Stunden an eine Steckdose zu gehen, um die Batterien vollständig zu laden.

Anders sieht es bei Lithium-Batterien aus: Diese müssen nicht vollständig aufgeladen werden, um autark unterwegs zu sein. Solange die Fahrzeit ausreicht, um genügend Energie nachzuladen, ist es möglich, mit einem Ladebooster und Lithium-Batterien autark zu sein. Viele Kunden nutzen diese Kombination erfolgreich für autarke Wohnmobilreisen.

Warum Ladebooster für LiFePO4?

LiFePO4 Batterien können mit höherem Strom geladen werden als Bleibatterien. Die originale Elektrik gibt dies oft nicht her und so kann ein Ladebooster helfen, um mehr Ladestrom zu generieren.

Dass eine Lithiumbatterie ohne Ladebooster die Lichtmaschine überlasten würden, kann ich nicht bestätigen. Würde die Lithium-Batterie so viel Strom fordern, dass die Lichtmaschine überlastet wäre, brennt an einer ordnungsgemäßen Elektrik vorher die Sicherung an der Ladeleitung durch.

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