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Querschnitt berechnen

PV Kabel

Solarkabel liegen dauerhaft im Freien und führen Gleichstrom vom Solarmodul zum Laderegler. Daraus ergeben sich andere Anforderungen als bei einem Kabel im Innenraum: Ein PV Kabel muss UV-fest, witterungs- und temperaturbeständig sein und ist nach Norm doppelt isoliert. Dieser Ratgeber zeigt, woran ein echtes Solarkabel zu erkennen ist, welcher Querschnitt zu welcher Anlage passt und wie sich die passende Länge für Verlängerung und Konfektion bestimmen lässt.

Entscheidend ist die Systemspannung: Bei hoher Strangspannung fällt selbst ein langes Solarkabel kaum ins Gewicht, bei niedriger Spannung dagegen schnell. Querschnitt und Leitungslänge müssen deshalb zur Spannung der Anlage passen.

Was ein Solarkabel von normalem Kabel unterscheidet

Ein Solarkabel ist eine einadrige Leitung für die Gleichstromseite einer Photovoltaikanlage. Der Branchenstandard ist der Typ H1Z2Z2-K nach EN 50618, ausgelegt auf 1500V Gleichspannung. Im Unterschied zu einem Batteriekabel oder einer Hausleitung liegt ein Solarkabel dauerhaft der Witterung ausgesetzt, deshalb sind UV-, ozon- und witterungsbeständige Materialien Pflicht.

Ein PV Kabel unterscheidet sich in mehreren Punkten von gewöhnlichen Leitungen. Die Isolierung ist doppelt aufgebaut und halogenfrei, der Leiter besteht aus feindrähtigem, meist verzinntem Kupfer für hohe Flexibilität und Korrosionsschutz, und der zugelassene Temperaturbereich reicht von -40°C bis +90°C Umgebung, am Leiter kurzzeitig bis +120°C. So übersteht ein solar kabel die Hitze auf dem Dach ebenso wie Frost im Winter. Ein normales Kabel für Solaranlagen einzusetzen, das diese Norm nicht erfüllt, führt mit den Jahren zu spröder Isolierung und Kriechströmen.

Solarkabel 4mm² und 6mm² im Überblick

Für die meisten Anlagen kommen zwei Querschnitte infrage: 4mm² und 6mm². Beide gibt es als Meterware zum Selbstkonfektionieren oder als fertig konfektioniertes Solarkabel mit MC4-Steckern. Welche Form sinnvoll ist, hängt von Werkzeug, gewünschter Länge und Steckverbindung ab.

Solarkabel als Meterware

Meterware ist die freie Variante: Länge und Aufteilung werden selbst bestimmt, Stecker und Kabelschuhe nach Bedarf montiert.

Als Meterware wird jede Wunschlänge abgelängt, von wenigen Metern bis zur ganzen Rolle. Voraussetzung für saubere Anschlüsse sind das passende Crimpwerkzeug und MC4-kompatible Stecker.

Konfektioniertes Solarkabel und Verlängerung

Wer kein Crimpwerkzeug einsetzen will, greift zum konfektionierten Solarkabel. Es kommt fertig auf Länge mit beidseitig montierten und geprüften MC4-Steckern, einsteckbar ohne weitere Montage.

Eine Solarkabel Verlängerung wird gebraucht, wenn die Modulanschlüsse nicht bis zum Laderegler reichen. Die passende Länge richtet sich nach dem Abstand zwischen Modul und Regler: Für kurze Wege genügt ein Solarkabel mit 5 Metern Länge, vom Dach in den Innenraum sind ein 10m langes Solarkabel 10m üblich. Für weiter entfernte Aufständerungen im Garten kommen auch 50m oder 100m am Stück in Frage.

Querschnitt und Belastbarkeit von Solarkabeln

Der Querschnitt bestimmt, wie viel Strom ein Solarkabel dauerhaft führen darf. Die folgende Tabelle nennt Datenblatt-Richtwerte für H1Z2Z2-K als Einzelader sowie die typische Anwendung im Solarbereich.

Querschnitt Belastbarkeit (Richtwert) Typische Anwendung
4mm² ca. 55A Standard-Modulleitung, kurze bis mittlere Strecken
6mm² ca. 70A lange Strecken, höhere Strangströme, Verlängerung
10mm² ca. 98A sehr lange Wege, parallel geschaltete Stränge
16mm² ca. 132A Sammelleitung größerer Anlagen

Richtwerte für einadrige H1Z2Z2-K-Solarleitung, frei verlegt bei 60°C Umgebungstemperatur. Die genaue Belastbarkeit hängt von Umgebungstemperatur und Verlegeart ab und steht im Datenblatt der jeweiligen Leitung. In der Praxis liegt der Strangstrom eines Moduls meist nur bei rund 9A bis 13A, weit unter diesen Grenzen. Über den Querschnitt entscheidet daher selten die Belastbarkeit, sondern der Spannungsabfall auf langen Strecken.

Spannungsabfall und Querschnitt berechnen

Jede Leitung hat einen Widerstand, an dem Spannung verloren geht. Je länger das Solarkabel und je höher der Strom, desto größer der Verlust. Was am Laderegler an Spannung fehlt, fehlt als Ertrag. Der nötige Mindestquerschnitt ergibt sich direkt aus der Formel:

A = (0,0175 × L × I) / UV

A = Querschnitt in mm² · L = Gesamtlänge (Hin- und Rückleitung) in m · I = Strom in A · UV = erlaubter Spannungsabfall in V · 0,0175 = spezifischer Widerstand von Kupfer.

Rechenbeispiel: 10A Strangstrom über 7,5m einfache Strecke, also 15m Gesamtlänge, bei einem erlaubten Abfall von 0,5V ergeben einen Mindestquerschnitt von 5,25mm². Gewählt wird der nächste Normquerschnitt, also 6mm². Auf kurzen Wegen bis rund 5m einfacher Länge genügt unter denselben Bedingungen 4mm².

Für die Auslegung nach Strom und Leitungslänge gibt es den passenden Rechner. Nutzen Sie unseren Solarkabel-Querschnittrechner: Er bezieht Länge, Strom und Spannungsabfall zugleich ein und nennt direkt den passenden Querschnitt.

Spannungsabfall bei 50m und 100m Solarkabel

Bei langen Leitungen stellt sich die Frage, ob sich ein Solarkabel mit 50m oder sogar 100m Länge überhaupt lohnt. Entscheidend ist nicht der absolute Spannungsverlust, sondern sein Anteil an der Systemspannung.

Beispiel mit 6mm² und 10A Strangstrom: Über 50m einfache Strecke (100m Gesamtlänge) fallen nach der Formel oben rund 2,9V ab, über 100m einfache Strecke (200m Gesamtlänge) rund 5,8V.

Im 12V Bordnetz wären 5,8V ein Ausfall, fast die halbe Spannung. Eine Photovoltaikanlage arbeitet im Strang dagegen meist mit 250V bis 500V. Bezogen auf 400V sind dieselben 5,8V nur rund 1,5%, bei 50m liegt der Verlust unter 1%. Solange die Module in Reihe geschaltet sind und die Strangspannung hoch bleibt, ist ein Abfall von wenigen Volt auf 50m oder 100m unkritisch.

Das strengere Rechenbeispiel weiter oben mit 0,5V gilt für niederspannige Aufbauten. Kritisch wird die Länge erst bei niedriger Systemspannung, etwa bei einem einzelnen 12V-Modul oder parallel geschalteten Strängen mit hohem Strom. Dann gelten dieselben engen Grenzen wie beim Batteriekabel, und der Querschnitt muss zur Länge passen.

4mm² oder 6mm² Solarkabel?

Beide Querschnitte sind normgerecht, die Wahl richtet sich nach Strecke und Strom.

  • 4mm² reicht für die meisten Wohnmobil- und Standardanlagen mit kurzen bis mittleren Leitungswegen und einem Strangstrom im üblichen Bereich.
  • 6mm² ist die sichere Wahl bei langen Strecken, hohen Strömen oder wenn der Spannungsabfall gering bleiben soll. Auch für ein langes solar verlängerungskabel ist 6mm² oft die bessere Reserve.

Wer ein Solarkabel kaufen will und bei der Länge unsicher ist, fertigt es auf Wunsch konfektioniert: in der gewünschten Länge, mit passendem Querschnitt und fertig montierten MC4-Steckern.

Solarkabel richtig verlegen

Sauberes Verlegen entscheidet über Sicherheit und Lebensdauer der Anlage. Die wichtigsten Schritte in der richtigen Reihenfolge:

  1. Leitungsweg planen und Länge großzügig messen – Umwege und Dachdurchführung einrechnen.
  2. Querschnitt nach Strom und Länge wählen, im Zweifel den größeren nehmen.
  3. Plus- und Minusleitung möglichst eng parallel führen, damit die aufgespannte Induktionsschleife (Fläche zwischen den Adern) klein bleibt.
  4. MC4-Stecker polrichtig und mit passendem Werkzeug crimpen, danach auf festen Sitz prüfen.
  5. Kabel an Durchführungen mit Tülle oder Wellrohr vor Scheuern schützen, scharfe Kanten meiden.
  6. Leitung in Abständen fixieren, damit sie nicht im Wind schlägt, und vor mechanischer Last und stehendem Wasser schützen.

Bei mehreren Modulen bestimmt die Verschaltung Strom und Spannung im Strang. Dazu im Detail der Ratgeber zur Reihen- und Parallelschaltung.

Häufige Fragen zu Solarkabeln

Welches Kabel für eine Solaranlage?

Ein einadriges Solarkabel vom Typ H1Z2Z2-K in 4mm² oder 6mm². Es ist UV- und witterungsfest und für die Gleichstromseite zwischen Modul und Laderegler ausgelegt. Eine normale Hausleitung ist als Kabel für Solaranlagen nicht geeignet.

Solarkabel 4mm² oder 6mm²?

4mm² genügt für die meisten Anlagen mit kurzen bis mittleren Strecken. Bei langen Leitungswegen, höheren Strömen oder als Reserve gegen Spannungsabfall ist 6mm² die bessere Wahl.

Wie lang darf ein Solarkabel sein?

Begrenzend ist nicht die Länge selbst, sondern der Spannungsabfall. Je länger die Strecke, desto größer muss der Querschnitt sein.

Was bedeutet H1Z2Z2-K?

Das ist die Typbezeichnung für Solarleitungen nach EN 50618. Sie steht für eine einadrige, doppelt isolierte, halogenfreie Leitung mit verzinntem Kupferleiter, ausgelegt auf 1500V Gleichspannung und einen Temperaturbereich von -40°C bis +90°C.

Kann man Solarkabel im Freien verlegen?

Ja. Ein normgerechtes PV Kabel ist UV-, ozon- und witterungsbeständig und für die dauerhafte Verlegung im Freien zugelassen.

Solarkabel als Meterware oder konfektioniert kaufen?

Meterware lohnt sich bei eigener Längenwahl und vorhandenem Crimpwerkzeug. Ohne Werkzeug ist ein konfektioniertes Solar Verlängerungskabel mit fertig montierten MC4-Steckern die sichere Wahl.

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