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Eine schnelle Batterieladung ist ein entscheidender Faktor für autarkes Reisen mit dem Wohnmobil. Besonders bei längeren Reisen und häufigem Freistehen abseits von Landstrom ist es wichtig, die Wohnraumbatterie während der Fahrt zu laden. Früher genügte dafür oft ein einfaches Trennrelais, doch in modernen Wohnmobilen, insbesondere bei Fahrzeugen ab Euro 5 und Euro 6, reicht diese Methode nicht mehr aus. Hier kommt der Ladebooster ins Spiel. Er stellt sicher, dass die Batterie auch bei kurzen Fahrten und unter schwierigen Bedingungen optimal geladen wird.
Ein Ladebooster ist im Wesentlichen ein Batterie-zu-Batterie-Ladegerät (B2B), das die Spannung der Lichtmaschine anhebt, um die Wohnraumbatterie während der Fahrt effizient zu laden. Anders als ein Trennrelais, das einfach nur eine Verbindung zwischen Starter- und Wohnraumbatterie herstellt, hebt der Ladebooster die Spannung auf das notwendige Niveau an und gewährleistet eine schnelle und vollständige Ladung der Bordbatterie.
Ein Ladebooster bringt eine schnellere Batterieladung während der Fahrt. Er gleicht den Spannungsabfall durch lange und zu dünne Leitungen zwischen Starterbatterie und Bordbatterie aus und sorgt für eine optimale Ladung der Bordbatterie. Bei Wohnmobilen mit Euro 6 Abgasnorm sorgt ein Ladebooster, dass die Bordbatterie trotzdem geladen wird, auch wenn die Starterbatterie voll ist und die Lichtmaschine auf Ladeerhaltungsspannung geregelt wird.
Ein Ladebooster 12V kann wegen verschiedener Gründe benötigt werden. Meistens, um die Ladezeit der Zweitbatterie zu beschleunigen. In sehr seltenen Fällen auch, um den Ladestrom zu begrenzen und die Lichtmaschine zu schützen. Weiter Gründe können sein:
Ein Ladebooster oder Trennrelais kann abhängig von den Anforderungen und dem Fahrzeug gewählt werden. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile:
Ein Trennrelais ist eine einfache und günstige Methode, um die Starter- und Aufbaubatterie zu koppeln. Es trennt die Batterien, wenn der Motor aus ist, und verbindet sie, sobald der Motor läuft, sodass die Lichtmaschine beide Batterien laden kann.
Vorteile:
Nachteile:
Ein Ladebooster sorgt für eine konstante und optimale Ladung der Aufbaubatterie, unabhängig von den Gegebenheiten der Lichtmaschine. Er erhöht die Spannung und passt die Ladeparameter an.
Vorteile:
Nachteile:
Kurz gesagt: Hat das Wohnmobil schon Euro 6, führt kaum ein Weg am Ladebooster vorbei!
Für Bleibatterien sollte der Ladestrom bei etwa 0,2C (20% der Kapazität Ah) liegen. Bei Lithiumbatterien (LiFePO4 darf der Ladestrom sogar 0,5C also 50% der Kapazität des Akkus betragen. Ein zweites Limit gibt die Lichtmaschine: Um einen problemlosen Betrieb zu garantieren, sollte der Booster maximal 50% der möglichen Ladeleistung* der Lichtmaschine beanspruchen. Für die Einbindung des Ladeboosters vor einem EBL in die originale Bordelektrik empfehle ich maximal 30A Ladebooster.
*Sonderfälle ausgenommen!
| Passender Ladebooster zur Batterie | |||
| Booster Nennstrom |
Batteriespannungen V | Max Eingangs / Ladestrom in A | empf. Batteriekapazität in Ah |
| Votronic 20A | 12V / 12V | 20 / 24 | Blei 60-160 LiFePO4 50-200 |
| Votronic 30A | 12V / 12V | 39 / 30 | Blei 90-200Ah LiFePO4 60-300 |
| Votronic 50A | 12V / 12V | 68 / 50 | Blei 150-300Ah LiFePO4 100-400Ah |
| Votronic 70A | 12V / 12V | 95 / 70 | Blei 210-600Ah LiFePO4 140-700Ah |
| Votronic 90A | 12V / 12V | 125 / 90 | Blei 270-800Ah LiFePO4 200-1000Ah |
Benötigt man wirklich einen isolierten Ladebooster mit 2 Masseanschlüssen? Ich sage nein, denn es gibt keine Begründung, warum die Geräte eine galvanische Trennung benötigen. Solange die Bordbatterie und die Starterbatterie über Masse sauber verbunden sind, kann jeder normale Ladebooster verwendet werden.
Der kleine Orion 18A hat eine galvanische Trennung, nicht weil wir es für wichtig erachten, sondern weil es ihn nur so gibt. Der Anschluss erfolgt hier mit zwei Minus-Leitungen. Ob diese Leitungen nun zusammen an eine gemeinsame Masse führen- oder direkt zu den jeweiligen Batterien führen – ist egal.
Seit Jahren funktionieren nicht nur unsere eigenen Fahrzeuge, sondern auch all unseren Kundenfahrzeuge mit Ladeboostern ohne galvanische Trennung.
Ladebooster werden zwischen der Starterbatterie und Bordbatterie eingebaut. Je nachdem, wie das Wohnmobil ausgerüstet ist, hat man verschiedene Möglichkeiten, den Booster einzubauen:
Werden neue Leitungen verlegt, um einen Ladebooster einzubauen, muss in jede Plusleitung nach jeder Batterie eine passende Sicherung eingebaut werden.
Nachfolgend ein paar Ratschläge zum Ladebooster einbauen in ein Wohnmobil. Wir haben in der Artikelbeschreibung die Anleitung zum Gerät verlinkt. Ich empfehle dringend, vor dem Kauf einmal eine Votronic Anleitung herunterzuladen. Der Anschluss ist da vorbildlich beschrieben,
Der Einbau eines kleinen 30A Ladebooster gestaltet sich recht einfach. Der Booster wird so nah wie möglich am Elektroblock angeschlossen. Dazu wird der Booster in die Leitung der Starterbatterie eingeschleift. Im Idealfall reicht es sogar schon aus, Plus und Minus der Ladekabel einfach durchzuschneiden und am jeweiligen IN und OUT-Anschluss am Ladebooster anzuschließen. D+ Plus findet sich am Elektroblock. Victron Modelle arbeiten auch ohne D+ Leitung, wenn die Starterbatterie nicht an 230V und über Solarstrom geladen wird.
Ladebooster mit einer Leistung ab 50A sollten mit neuen, eigenen Leitungen zwischen Starter- und Bordbatterie angeschlossen werden. Selbstverständlich werden Sicherungen in die Plus-Leitung kurz nach der Batterie, eingesetzt.
Wer sein Wohnmobil selbst ausbaut und gar keinen EBL verwendet, kann ebenso obige Anschlussversion verwenden.
Wird ein leistungsstarker Booster parallel zum EBL betrieben, muss sichergestellt werden, dass der Ladestrom die Bordbatterie auch erreicht und nicht über den EBL und das integrierte Trennrelais wieder zurückfließen kann. Bei Schaudt EBL kann man dies durch ziehen der Sicherung an der Starterbatterie oder das Abklemmen und Isolieren der B1 Leitung erreichen. Bei CBE DS300 kann durch die Methode “Entfernen vom Widerstand R37” das Trennrelais deaktiviert werden. Hier sollte aber vorher das genaue Vorgehen abgeklärt werden. Es gibt einige Platinen, die genau so aussehen, aber keine DS300 sind. Wir übernehmen keine Haftung bei Fehlanschlüssen.!
| Nötiger Kabelquerschnitt und Sicherungen entspr. der Ladeleistung | |||||
| Strom | 0,5 m | 1 m | 2 m | 5 m | 10 m |
| 30A | 6 mm² | 10 mm² | 10 mm² | 16 mm² | 16 mm² |
| 50A | 10 mm² | 16 mm² | 25 mm² | 25 mm² | 25 mm² |
| 70A | 16 mm² | 16 mm² | 25 mm² | 35 mm² | 35 mm² |
| 90A | 25 mm² | 25 mm² | 35 mm² | 35 mm² | — |
| benötigte Sicherungen | |||||
| an Starterbatterie | Booster 30A: 60A Booster 50A: 80A Booster 70A: 125A Booster 90A: 150A |
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| an Bordbatterie | Booster 30A: 40A Booster 50A: 60A Booster 70A: 100A Booster 90A: 125A |
||||
Oft werden mit der LiFePO4 Batterie auch Ladebooster eingebaut. Das kann nicht schaden, denn damit werden höhere Ladeströme ermöglicht und die Lithiumbatterie wird schneller voll. Grundsätzlich muss aber nicht extra ein Ladebooster eingebaut werden, wenn auf eine Lithium-Batterie umgerüstet wird.
Victron Ladebooster lassen sich per Bluetooth APP Victron Connect auf jede Lithium Batterie einstellen. Beim Votronic kann zwischen 4 verschiedenen Ladekennlinien für Lithium gewählt werden. Bei Schaudt Ladebooster sollte trotz der Lithium Kennlinie die Blei-Säure-Kennlinie gewählt werden. Denn die Lithium-Ladekurve des Schaudt Ladebooster ist fest 14,4V (Stand 2024!)
Je nach Anwendungsfall kann der eine oder andere Ladebooster besser sein. Nachfolgend die einzelnen Optionen in unserem Sortiment kurz beschrieben:
Meine Empfehlung ist der Votronic VCC 1212 50A oder der kleinere Votronic VCC 1212 30 , wenn der Booster vor dem EBL in eine bestehende Bordelektrik integriert werden soll.
Nicht empfehlen kann ich Kombigeräte. Der Votronic VBCS Triple zum Beispiel ist Ladebooster, Solarladeregler und 230V-Lader in einem Gerät. Das ist für den Einbau minimal einfacher, da man sich 4 Kabel spart, aber sollte das Gerät mal defekt sein, was in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen war, steht die komplette Anlage, bis das Kombigerät repariert wurde. Fällt ein einzelner mal aus, kann die Bordbatterie immer noch über Solar oder 230V geladen werden.
Wohnwagen Ladebooster dürfen die Leitung und die Steckdose mit maximal 20A belasten. Darum wird hier der Eingangsstrom auf 20A begrenzt, der Ladestrom ist entsprechend den Wirkungsverlusten etwas geringer. Meine Empfehlung: Votronic Ladebooster Wohnwagen 20A
Unser Angebot von Ladewandlern deckt alle Anforderungen im Campingbereich umfassend ab. Von 20-90A Ladestrom können wir für jeden Einsatzbereich den passenden Booster von Votronic anbieten. Nachfolgend eine kurze Erklärung der verschiedenen Ausführungen:
| Hersteller | Votronic Ladebooster | Victron Ladebooster |
| Kühlung | aktiv mit Lüfter | Passiver Kühlkörper |
| Betrieb ohne D+ möglich | Ja (außer bei Euro 6) | Ja |
| Ladung der Starterbatterie | Ja | Nein |
| Bluetooth | Nein | Ja |
| verfügbare Leistung | 30A & 50A | 30A, 50A, 70A, 90A |
Er kann nicht schaden. Jedoch kann man sich bei einer guten Auslegung der Verkabelung und Lichtmaschine mit fester Ladespannung (vor Euro-6) den B2BöLader sparen und mit einem Trennrelais gleiche Ladeerfolge bekommen. Dieses sogar mit deutlich geringem finanziellem Aufwand.
Der Ladebooster ist ausschließlich für die Ladung der Bordbatterie während der Fahrt verantwortlich. Er hat nichts mit dem Laden über Solar- oder Landstrom zu tun.
Immer dann, wenn die Bordbatterie im Wohnmobil zu langsam geladen wird, braucht man einen Ladebooster. Besonders bei Lithium-Batterien kann er die Ladezeit verkürzen.
Das macht nichts aus! Beide Geräte sorgen selbstständig für die korrekte Einhaltung der Ladespannung, sodass ein Überladen der Batterie ausgeschlossen ist.
Sicherungen müssen jeweils in die Plus-Leitung nahe beider Batterien eingebaut werden. Der Sicherungswert richtet sich nach dem maximalen Strom des Ladeboosters und sollte 20 % darüber liegen. Die erforderlichen Sicherungswerte sind auch in der Anleitung angegeben, die vorab im jeweiligen Produkt heruntergeladen werden kann. Wird er in eine bestehende Wohnmobilverkabelung integriert, sind die notwendigen Sicherungen in der Regel bereits vorhanden.
Mehr als 50% der Ladeleistung der Lichtmaschine sollten vom Ladebooster nicht benutzt werden. Sonst könnte die Lichtmaschine überlastet werden. Bei allen Fahrzeugen der letzten 5 Jahre ist eine 30A Ladebooster bedenkenlos einsetzbar.
In den meisten Fällen lautet die Antwort nein. Die Fahrzeit müsste mehrere Stunden betragen, um eine Batterie vollständig aufzuladen. Bei Bleibatterien dauert allein die Absorptionsladephase etwa 4-6 Stunden. Hinzu kommt die Ladezeit bis zur Absorptionsladephase, sodass insgesamt mit 8–10 Stunden Fahrzeit gerechnet werden muss, um eine GEL-Batterie auf 100 % aufzuladen.
Da in der Praxis selten so lange Fahrzeiten erreicht werden, ist es notwendig, spätestens alle 4-7 Tage für mindestens 12 Stunden an eine Steckdose zu gehen, um die Batterien vollständig zu laden.
Anders sieht es bei Lithium-Batterien aus: Diese müssen nicht vollständig aufgeladen werden, um autark unterwegs zu sein. Solange die Fahrzeit ausreicht, um genügend Energie nachzuladen, ist es möglich, mit einem Ladebooster und Lithium-Batterien autark zu sein. Viele Kunden nutzen diese Kombination erfolgreich für autarke Wohnmobilreisen.
LiFePO4 Batterien können mit höherem Strom geladen werden als Bleibatterien. Die originale Elektrik gibt dies oft nicht her und so kann ein Ladebooster helfen, um mehr Ladestrom zu generieren. Dass Ladebooster die Lichtmaschine überlasten würden, kann ich nicht bestätigen. Würde die Lithium-Batterie so viel Strom fordern, dass die Lichtmaschine überlastet wäre, brennt an einer ordnungsgemäßen Elektrik vorher die Sicherung an der Ladeleitung durch.
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